Influencer, Blogger und Reichweite

Am 7. Dezember 2015 fand in Berlin die Inreach Konferenz für Influencer Marketing statt. Wir haben uns umgesehen.

Impressionen von der Inreach Konferenz

Copyright: Inreach.de

Wer dachte, dass die ganze Sache mit den YouTubern und Influencern ihren Zenit schon wieder überschritten hat, dem sei an dieser Stelle folgendes gesagt: Wegen Bianca Heinicke, besser bekannt als Bibi von Bibis Beauty Palace, wären Teenager bereit gewesen, einen Neckermann Reisekatalog zu kaufen.

Natürlich hat Neckermann den treuen Bibi Fans verraten, dass es die Reisekataloge umsonst im Reisebüro gibt. Aber diese Anekdote von Martin Widenka (Neckermann) zeigt, wie einflussreich YouTuber oder Instagram Ikonen in ihrer jeweiligen Zielgruppe sein können. Ein Ratschlag Widenkas war demnach, man könne Influencer zwar selber komisch finden, aber man müsse ihre Relevanz in ihren Zielgruppen einfach anerkennen. Dass es sich lohnen kann, mit Influencern wie Bianca Heinicke zusammen zu arbeiten, zeigte die Inreach Konferenz mit verschiedenen Beispielen. Neben Neckermann stellten unter anderem auch der WWF, TUI und Audi sowie die beiden Modeshops Edited und About you ihre Best Practice Beispiele vor.

Besonders interessant waren dabei die verschiedenen Herangehensweisen der einzelnen Unternehmen. Während Audi die Influencer Relations in der Unternehmenskommunikation betreute, war diese Aufgabe bei TUI Teil des Marketings. Der Onlineshop Edited erstellte gemeinsam mit einer Fashion Bloggerin eine exklusive Kollektion. About you hingegen setzt auf Vielfalt und Blogger Styles als Inspiration und zum direkten Nachkauf.

Inreach 2015 hat in jedem Fall gezeigt, dass jedes Unternehmen seinen eigenen Königsweg für Influencer Relations finden muss. Bei einigen Punkten waren sich jedoch alle einig. Für Marken bieten Kooperationen mit Influencern die Möglichkeit, hochwertigen Content mit starker organischer Reichweite zu schaffen. Darüber hinaus lassen sich durch Influencer Relations neue Zielgruppen oder die Zielgruppe von morgen ansprechen.

Bianca Heinicke von Bibis Beauty Palace im Gespräch.

Bianca Heinicke von Bibis Beauty Palace im Gespräch. (Copyright: Inreach.de)

Die Influencer hatten ebenfalls einige Insights im Gepäck. So war ihnen allen wichtig, bei einer Kooperation möglichst viel gestalterischen Spielraum bzw. künstlerische Freiheit zu haben, um die gewünschten Botschaften möglichst authentisch aufbereiten zu können. Oguz Yilmaz von Y-Titty wagte die These, dass Marken zwar etwas von Marketing verstünden, aber nicht von YouTube. Sein Appell: Marken sollten Influencern weniger ausgearbeitete Konzepte präsentieren, sondern für die Ideen der Künstler offen sein. Insgesamt zeigte die Konferenz viele gute Beispiele für gelungenes Influencer Marketing. Sie zeigte auch, dass die YouTube und Instagram Stars von Marken nicht nur wahrgenommen sondern auch ernst genommen werden wollen – als Künstler und als Multiplikatoren.

Ausgerechnet Y-Titty, eines der erfolgreichsten YouTube Trios, gab am Freitag nach der Inreach Konferenz sein endgültiges Aus bekannt und spielte im Abschiedsvideo auch Themen wie Monetarisierung und Nähe zur Werbebranche an. Welchen Stellenwert Influencer Marketing in 2016 einnehmen wird, muss sich zeigen. Für viele Marken wird es, wenn es richtig gemacht wird, auch im neuen Jahr ein vielversprechendes Tool im Marketingmix sein.