Eatsa: Back to the Food Future

Viele von uns waren vermutlich schon ein wenig enttäuscht, als wir am 21. Oktober 2015 feststellen mussten, dass die Zukunft nicht so fortgeschritten ist, wie der Film „Zurück in die Zukunft II“ uns 1989 prophezeit hatte. Wer den harten Realitätscheck seit dem Back to the Future Day noch nicht überwunden hat, dem sei an dieser Stelle ein Lichtblick genannt. In San Francisco gibt es mit „Eatsa“ ein futuristisches Restaurant für Fans des gesunden Fast Foods.

Das Restaurant Eatsa

Copyright: Eatsa


Das Start-Up Unternehmen aus den USA eröffnete Anfang September in San Fransisco sein erstes Lokal. Das besondere an „Eatsa“: Aus Effizienzgründen verzichtet das Schnellrestaurant zumindest auf alle sichtbaren Mitarbeiter. Per Smartphone, Tablet oder am PC wird das Essen vorbestellt und der Wunschtermin zur Ausgabe angegeben.

Bestellterminal des Restaurants Eatsa

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Mit Hilfe von GPS weiß der Koch genau, wo sich der Kunde (bzw. dessen Smartphone) befindet und kann das Gericht dem Kellner überreichen, sobald sich der Verbraucher dem Lokal nähert. Der Kellner stellt das Menü dann in das für den jeweiligen Kunden mit Namen reservierte Auslageregal, wo dieser es dann abholen und mitnehmen kann. Alternativ kann das Essen auch direkt im Lokal an den dafür vorgesehenen Tablets bestellt werden. Die Bezahlung erfolgt an selbigen Geräten, wenn sie nicht schon bei der Onlinebestellung geschehen ist. Wie beim Onlinebanking und -shopping kann also auch das Essen per Smartphone von unterwegs geregelt werden, wobei „Eatsa“ sogar den Abholungszeitpunkt in die Entscheidung des Kunden legt und ihn so zeitlich noch unabhängiger macht. Darüber hinaus muss weder angestanden, noch sonst auf etwas oder jemanden gewartet werden.

Essensausgabe im Eatsa

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Was das Ganze im Bereich Convenience Food einzigartig macht, ist die Basis aller angebotenen Gerichte: Quinoa. Die kleinen Samen enthalten alle für die Ernährung essentiellen Aminosäuren, haben einen weit höheren Mineraliengehalt als unser typisches Getreide, sind dabei gluten- und als pflanzliche Eiweißquelle zudem cholesterinfrei. Daneben beträgt die Produktion nur ein Dreißigstel der Energie der Fleischproduktion, ist also weitaus klima- und umweltfreundlicher.

Balsamic Beet Bowl von Eatsa

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Ein echtes Superfood, das „Eatsa“ in seinen sieben Dollar Menüs promotet und damit einen weiteren Trend aufgreift. Wie im Blog-Beitrag zur Lebensmittelverschwendung beschrieben, durchlebt die Lebensmittelindustrie dieser Tage einen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Qualität. Auch im Bereich Convenience Food möchten immer weniger Verbraucher trotz Zeiteffizienz nicht auf gesunde, reichhaltige Nahrung verzichten, sodass auch bei Fast Food „Öko“ und „Bio“ eine immer entscheidendere Rolle spielen. Diese Entwicklung macht „Eatsa“ sich zu nutze und will Maßstäbe für die Zukunft setzen. Die sieht unter anderem vor, bald weitere Filialen zu eröffnen und die  Köche und Kellner des Lokals gegen Roboter zu ersetzen. Nur für den Notfall gibt es dann einen menschlichen Concierge, um Fragen zu klären, die ein Roboter nicht beantworten kann. Alles andere übernimmt ein Computer, der nebenbei auch speichert, was der Kunde häufig isst und anhand dessen dann Vorschläge für andere Gerichte unterbreitet.

„Eatsa“ vereint also ein futuristisches Store-Konzept mit modernem Superfood. Wir finden, dass dies alle enttäuschten Back to the Future Day-Grübler zumindest ein bisschen versöhnlich mit dem Jahr 2015 stimmen könnte.

Autor: Imke Duin

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